Der Strickmaschinenteufel
(von Annemarie Winkels)
In meinem Haus, da wohnt ein Geist,
der Strickmaschinenteufel heißt.
Er zeigt mir stets, was er alles kann,
dann fange ich wieder von vorne an.
Er knickt die Nadeln, läßt Maschen fallen,
verheddert die Fäden, macht Knoten vor allem.
Reißt Wolle und läßt das Muster verschwinden,
und ich muß mich wieder von neuem schinden.
Er lacht sich ins Fäustchen, hinterlistig und frech,
und schon ist wieder das Klapphäkchen weg.
Den KG, auch manchmal “Karl Gustav“ genannt.
Läßt er schauderhaft krachen,
es ist eine Schand.
Manchmal, da kommen mir arge Zweifel,
was soll man nur tun mit so einem Teufel.
Er denkt wohl, ich schmeiße alles hin,
bestimmt führt er so etwas im Sinn.
Doch ich werfe die Flinte so schnell nicht ins Korn,
und beginne in Ruhe noch einmal von vorn.
Soll er sich ärgern und glühen vor Zorn,
ich beginne doch immer wieder von vorn.
Vielleicht gibt er mal auf und endlich Ruh,
dann weiß ich jetzt schon, was ich tu.
Dann soll er machen, was er mag,
ich strick meinen Pulli an einem Tag.
Und ist, er dann fertig und toll und schön
dann soll der Strickteufel zur Hölle gehen.